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Das Auto auf die kalte Jahreszeit vorbereiten: Was wirklich zählt

Kälte erfindet keine Defekte, sie deckt vorhandene auf. Eine Batterie, die im Sommer gerade noch reichte, gibt im ersten Frost auf. Reifen, die bei Nässe schon grenzwertig waren, sind bei Schnee nutzlos. Wischerblätter, die im Sommer schlieren, verschmieren im Winter die Sicht komplett. Wer diese Punkte vor der kalten Jahreszeit angeht, verlegt die Werkstattbesuche vom Notfall in die Planung.

Die Punkte, die tatsächlich zählen

  • Batterie: Unter Last prüfen lassen, nicht nur die Spannung ablesen. Kälte kostet Startleistung, und der Motor braucht gleichzeitig mehr.
  • Reifen: Profil, Alter und Zustand beurteilen. Winter- und Ganzjahresreifen verhärten mit den Jahren, und dann hilft auch das Profil nicht mehr.
  • Beleuchtung: In der dunklen Jahreszeit brennt das Licht ungleich länger. Alle Leuchten prüfen, Einstellung kontrollieren lassen.
  • Scheiben und Wischer: Wischerblätter erneuern, wenn sie schlieren, und Winterwaschmittel mit ausreichendem Frostschutz einfüllen.
  • Frostschutz im Kühlsystem: Prüfen lassen, denn ein zu schwaches Gemisch kann den Motor beschädigen.
  • Dichtungen und Schlösser: Gummidichtungen mit einem geeigneten Pflegemittel behandeln, damit die Tür nicht anfriert.

Das Wischwasser wird unterschätzt

Eine eingefrorene Waschanlage ist im Winter mehr als lästig: Salzschleier auf der Scheibe bei tief stehender Sonne nimmt die Sicht praktisch vollständig. Füllen Sie deshalb rechtzeitig um, und zwar so, dass das Sommermittel verdrängt wird. Sprühen Sie nach dem Auffüllen, bis das Wintermittel an den Düsen ankommt, sonst friert genau der Rest in den Leitungen, den Sie nicht ausgetauscht haben. Denken Sie auch an die Heckscheibe und, falls vorhanden, an die Scheinwerferreinigung, die aus demselben Behälter versorgt wird.

Reifen: früher wechseln als gedacht

Die Gummimischung von Sommerreifen wird bei niedrigen Temperaturen hart, und zwar deutlich bevor Schnee liegt. Der Grip auf nasser, kalter Fahrbahn lässt spürbar nach, unabhängig vom Profil. Wer nach dem Kalender geht, wechselt zu spät. Orientieren Sie sich an der Temperatur, nicht am Wetterbericht für Schnee. Beim Wechsel gilt: Radschrauben mit Drehmomentschlüssel anziehen und nach kurzer Fahrstrecke nachziehen lassen. Prüfen Sie außerdem den Luftdruck, denn er sinkt mit der Temperatur, und ein im Sommer eingestellter Wert ist im Winter zu niedrig.

Kurzstrecke ist das eigentliche Problem

Die meisten Winterschäden entstehen nicht durch Kälte allein, sondern durch Kurzstrecken bei Kälte. Der Motor wird nicht warm, Kondenswasser sammelt sich im Öl und im Auspuff, die Batterie lädt nie voll nach, der Partikelfilter regeneriert nicht. Wenn Ihr Fahrprofil so aussieht, hilft eine bewusst eingeplante längere Fahrt und gegebenenfalls ein früherer Ölwechsel. Ein Ladegerät mit Erhaltungsfunktion ist für Fahrzeuge, die viel stehen, die einfachste Lösung.

Salz, Lack und Unterboden

Streusalz greift überall dort an, wo der Schutz verletzt ist. Waschen Sie im Winter regelmäßig, auch wenn es unlogisch erscheint, und spülen Sie den Unterboden. Besonders wichtig ist eine gründliche Wäsche mit Unterbodenspülung zum Ende der Salzsaison, weil Salz sonst in den Falzen bleibt und dort das ganze Jahr weiterarbeitet. Bessern Sie Steinschläge im Lack aus, bevor der Winter kommt, denn eine offene Stelle ist im Salzwasser eine Einladung.

Vorwärmen statt kratzen

Wer eine Standheizung hat, nutzt sie im Winter nicht nur aus Bequemlichkeit: Ein vorgewärmter Motor startet schonender, die Scheiben sind frei, und die Sicht stimmt von der ersten Sekunde an. Sie zieht ihre Energie allerdings aus der Batterie, und bei kurzen Fahrten kommt diese Energie nie zurück. Wer regelmäßig vorheizt und wenig fährt, braucht daher eine Batterie in gutem Zustand und idealerweise ein Ladegerät.

Ohne Standheizung gilt: Kratzen statt Motor laufen lassen. Der Motor im Stand wird kaum warm, das Standheizen aus Bequemlichkeit ist nicht zulässig, und ein unbeaufsichtigt laufendes Fahrzeug mit Schlüssel ist eine Einladung. Warmes Wasser auf die Scheibe gehört ebenfalls nicht dazu, weil der Temperatursprung das Glas beschädigen kann, besonders wenn schon ein Steinschlag vorhanden ist.

Was ins Fahrzeug gehört

Neben der ohnehin vorgeschriebenen Ausstattung sind Eiskratzer, Handbesen, Handschuhe und eine Decke sinnvoll. Enteiser für Schlösser gehört nicht ins Handschuhfach, sondern in die Jackentasche, sonst liegt er im verschlossenen Auto. Und ein Starthilfekabel oder ein Starthilfegerät hilft nicht nur Ihnen selbst.

Fazit

Prüfen Sie Batterie, Reifen, Beleuchtung, Wischer, Wischwasser und Frostschutz, bevor die Temperaturen fallen. Wechseln Sie Reifen nach Temperatur statt nach Kalender und füllen Sie das Wintermittel bis an die Düsen durch. Das größte Risiko ist nicht der Frost, sondern die Kurzstrecke bei Frost.

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