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Rost und Unterboden: Vorsorge, Beurteilung und Instandsetzung

Rost entsteht dort, wo Feuchtigkeit stehen bleibt und die Schutzschicht verletzt ist. Für die Bewertung ist eine Unterscheidung entscheidend: Oberflächlicher Rost auf einer Bremsscheibe oder an einer Schweißnaht ist normal und harmlos, Durchrostung an tragenden Teilen ist ein Sicherheitsthema und beendet im Zweifel die Nutzung des Fahrzeugs. Zwischen diesen Polen liegt der ganze Bereich, in dem sich Vorsorge lohnt.

Wo Korrosion anfängt

Der Unterboden ist ganzjährig Wasser, Split und im Winter Salz ausgesetzt. Besonders gefährdet sind:

  • Radläufe und Schweller: Hier trifft Steinschlag auf stehende Feuchtigkeit.
  • Falze und Nähte: Zwei Bleche mit einem Spalt dazwischen, in dem sich Wasser hält.
  • Aufnahmepunkte des Fahrwerks: Sicherheitsrelevant und aufwendig instand zu setzen.
  • Hohlräume: Türunterkanten, Säulen, Träger, wo Kondenswasser entsteht und der Ablauf verstopft.
  • Verdeckte Stellen: Unter Verkleidungen, unter Dämmmatten, hinter dem Ersatzradmulde.

Ein häufig übersehener Faktor sind verstopfte Wasserabläufe. Türen, Schiebedächer und der Bereich unter der Windschutzscheibe haben Ablauflöcher, die sich mit Laub und Schmutz zusetzen. Steht das Wasser dann innen, rostet das Fahrzeug von der falschen Seite. Diese Abläufe frei zu halten, ist die günstigste Rostvorsorge überhaupt.

Flugrost, Oberflächenrost, Durchrostung

Flugrost ist eine dünne braune Schicht auf blankem Metall, etwa auf Bremsscheiben nach einer feuchten Nacht. Er verschwindet beim Fahren und braucht keine Behandlung. Oberflächenrost hat die Lackschicht durchbrochen und sitzt im Blech, ohne es zu durchdringen. Er lässt sich entfernen und konservieren, und je früher das geschieht, desto kleiner bleibt die Arbeit. Durchrostung bedeutet, dass das Blech an dieser Stelle keine Substanz mehr hat. Hier hilft kein Mittel aus der Dose, sondern nur das Herausschneiden des Bereichs und das Einsetzen neuen Materials.

Für die Beurteilung gilt: Was Sie sehen, ist der kleinere Teil. Rost arbeitet unter dem Lack weiter, und eine handtellergroße Blase ist oft eine deutlich größere Fläche darunter.

Instandsetzung an tragenden Teilen

Wenn Längsträger, Federbeindome, Schweller oder die Aufnahmepunkte der Achsen betroffen sind, ist das kein kosmetisches Thema mehr. Diese Bereiche gehören zur tragenden Struktur, und bei der Hauptuntersuchung führt Durchrostung dort zuverlässig zu erheblichen Mängeln. Die Instandsetzung erfordert fachgerechtes Schweißen mit dem passenden Material und anschließende Konservierung der bearbeiteten Stelle von beiden Seiten. Das ist Arbeit, die Erfahrung braucht, und es ist der Punkt, an dem bei älteren Fahrzeugen die Frage nach der Verhältnismäßigkeit aufkommt.

Vorsorge, die wirkt

Am meisten bringt eine Kombination aus mehreren einfachen Dingen: Unterbodenwäsche nach der Streusalzsaison, das Freihalten der Wasserabläufe, das zügige Ausbessern von Steinschlägen im Lack, bevor sie unterwandern, und eine Hohlraumkonservierung mit einem kriechfähigen Wachs, das in die Falze zieht. Vorsicht bei dicken Unterbodenschutzschichten auf Bitumenbasis: Bekommt eine solche Schicht einen Riss, zieht Wasser darunter und bleibt dort. Der Rost arbeitet dann versteckt weiter, während die Oberfläche intakt aussieht. Ein kriechendes Wachs, das die Feuchtigkeit verdrängt, ist in der Regel die bessere Wahl.

Wenn Metalle aufeinandertreffen

Moderne Karosserien bestehen nicht mehr aus einem einzigen Werkstoff. Aluminium, Stahl in verschiedenen Festigkeiten, Magnesium und Kunststoff sitzen nebeneinander. Berühren sich zwei unterschiedliche Metalle in Gegenwart von Feuchtigkeit, entsteht ein Element, und das unedlere von beiden wird angegriffen. Deshalb sind an solchen Übergängen Trennlagen, spezielle Verbindungselemente oder Klebstoffe vorgesehen.

Für Sie ist das vor allem bei Reparaturen wichtig. Wer an einer Aluminiumkarosserie mit Stahlwerkzeug arbeitet oder ein falsches Verbindungselement setzt, legt den Grundstein für Korrosion, die Jahre später auftritt. Deshalb gehören solche Arbeiten in Betriebe, die die Vorgaben des Herstellers kennen und die Werkstoffe auseinanderhalten.

Der Blick auf die Hebebühne

Lassen Sie den Unterboden regelmäßig ansehen, am besten im Zuge einer ohnehin anstehenden Arbeit. Bitten Sie darum, mitzukommen. Rost erkennt man auch als Laie, wenn jemand mit dem Finger darauf zeigt, und Sie können die Entwicklung über die Jahre selbst verfolgen. Beim Gebrauchtwagenkauf ist dieser Blick ohnehin unverzichtbar, denn eine glänzende Lackierung sagt über den Unterboden nichts aus.

Fazit

Unterscheiden Sie Flugrost, Oberflächenrost und Durchrostung, denn nur der letzte Fall ist ein echtes Problem. Halten Sie Wasserabläufe frei, waschen Sie nach der Salzsaison den Unterboden und bessern Sie Steinschläge früh aus. Und schauen Sie regelmäßig selbst unter das Fahrzeug, statt auf den Prüfbericht zu warten.

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